Hüfinger Künstler

Spuren kreativer Persönlichkeiten

Zahlreiche, teils überregional bedeutende Künstlerinnen und Künstler haben hier in Hüfingen gelebt, gearbeitet und das kulturelle Leben der Stadt entscheidend geprägt. Ihre Werke spiegeln die Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen und Epochen wider.

Im Stadtmuseum für Kunst und Geschichte, im Rathaus, in den Kirchen sowie an verschiedenen öffentlichen Orten sind Werke Hüfinger Künstlerinnen und Künstler ausgestellt.

Hier erhalten Sie einen Einblick in das Leben der Künstler. 

Im Hüfinger Sippenbuch wird von 1590 - 1710 eine Familie Menrad belegt, die über mehrere Generationen als Zeichner und Maler tätig war. 

Im Auftrag der Landgrafen von Fürstenberg zeichent ein Martin Mendrad die erste kartografische Darstellung der zentralen Baar. Ein Sohn liefert um die Mitte des 17. Jahrhunderts eine Zeichnung der Donaueschinger Residenz der Fürstenberger, die in einem Kupferstich von Sandrart im Druckwerk "Der Donaustrand" ihren Niederschlag findet. 

Der Enkel Martin Menrad malte zwischen 1680 - 1690 die Vedouten (Stadtansicht) sämtlicher Fürstenbergischer Städte, die noch heute im grünen Gang im Schloss Heiligenberg zu bestaunen sind. 

Johann Baptist Seele (1774 - 1814)

Johann Baptist Seele (1774–1814) war ein aus einfachen Verhältnissen stammender Maler und später königlicher Hofmaler und Galeriedirektor in Stuttgart. Bereits als Kind zeigte er großes Talent und unterstützte seine Familie durch Malaufträge. Auf Empfehlung der Fürstin zu Fürstenberg durfte er die Karlsschule in Stuttgart besuchen, wurde jedoch wegen Disziplinlosigkeit entlassen.

Er arbeitete an verschiedenen Fürstenhöfen, bevor ein Portrait die Aufmerksamkeit von Herzog Friedrich (später König Friedrich I. von Württemberg) erregte. Dieser ernannte ihn zum Hofmaler und Direktor der königlichen Gemäldegalerie. 1811 erhielt Seele den königlichen Civilverdienstorden und damit den Adelsstand. 1814 starb er unerwartet an einem Schlaganfall.

Werk:
Seele gilt als Wegbereiter des Realismus, obwohl seine Malweise noch klassizistische Elemente enthält. Berühmt wurde er vor allem als Schlachtenmaler. Seine Werke zeichnen sich durch lebendige Kompositionen und genaue Beobachtung aus und sind heute wichtige historische Quellen. Bedeutende Werke befinden sich in Museen Baden-Württembergs, insbesondere Porträts von König Friedrich I. und Königin Katharina von Westphalen.

Wirkung:
Zeitgenossen bewerteten ihn unterschiedlich: In Stuttgarter Kunstkreisen galt er als umstritten und geschäftstüchtig. Dennoch lobten andere seine Fähigkeit, Menschen seiner Zeit wahrheitsgetreu und ausdrucksstark darzustellen. Ein Zeitgenosse sagte über ihn, er werde in seinem Genre unsterblich bleiben.

Johann Nepomuk Heinemann (1817 - 1902)

Johann Nepomuk Heinemann (1817–1902) war ein bedeutendes Mitglied des Hüfinger Künstlerkreises, bekannt als Lithograph und einer der frühesten Fotografen der Baar. Er arbeitete eng mit Lucian Reich dem Jüngeren zusammen und lithographierte zahlreiche Zeichnungen, unter anderem für dessen Werk „Hieronymus“. Auch das Haus Fürstenberg gehörte zu seinen Auftraggebern.

Heinemann, Sohn eines Nagelschmieds, erlernte zunächst das Bemalen von Uhrenschildern und später die Lithographie in Donaueschingen. In München arbeitete er für die renommierte „Hohe Blätter“-Werkstatt von Franz Seraph Hanfstaengl. Ein dauerhaftes Angebot dort lehnte er ab, da er sich selbstständig machen wollte. Nach anfänglichen Schwierigkeiten erhielt er schließlich die Genehmigung zur Eröffnung einer eigenen Druckerei.

Neben seiner Arbeit als Lithograph entwickelte sich Heinemann zu einem erfolgreichen Fotografen. Er fertigte erschwingliche Portraitaufnahmen vor selbst gestalteten Kulissen an und bediente sowohl einfache Bürger als auch Adelige. Nach dem Tod seiner Frau 1871 wandte er sich der Holzschnitzerei zu und schuf kunsthandwerkliche Werke wie Uhrschilder und Möbelteile.

Werk und Wirkung:
Ein eigenständiges künstlerisches Werk hinterließ Heinemann kaum, doch seine Fertigkeit bestand im Kopieren, Zeichnen und Lithographieren der Entwürfe anderer, besonders von Lucian Reich. Seine Lithographien und Fotografien sind bedeutende Zeugnisse der regionalen Kunstgeschichte und bewahren das Andenken an den Hüfinger Künstlerkreis.

Luzian Reich d. Ä. (1787 - 1837)

Luzian Reich der Ältere (1787–1837) war Lehrer, Künstler und Unternehmer und gilt als Begründer des Hüfinger Künstlerkreises. Er lernte früh das Kunsttischlerhandwerk von seinem Vater und erhielt im Benediktinerkloster Villingen Unterricht in Mathematik, Physik und fertigte erste Porträts an. Nach einem erfolgreichen Examen wurde er Lehrer, zunächst in Bubenbach, später Oberlehrer in Hüfingen. Dort heiratete er Maria Josepha Schelble, mit der er drei Kinder hatte.

Da das Lehrergehalt nicht ausreichte, nutzte Reich seine künstlerischen Fähigkeiten zur Existenzsicherung. Er fertigte vor allem kirchliche Kunstwerke, Grabdenkmäler, Altäre und bemalte Kirchenfahnen. Zudem gründete er eine Zeichen- und Abendschule, sammelte Kunstwerke als Lehrmaterial und legte damit den Grundstein für den Hüfinger Künstlerkreis.

Auch unternehmerisch war Reich aktiv: Nach der Entdeckung eines Gipsvorkommens gründete er eine Gipsmühle, die er später zu einem Zementwerk, einer Kalkfabrikation und einer Wollspinnerei ausbaute. Schließlich wurde daraus eine Ziegelei, die sein Sohn Franz Xaver zur Terrakottafabrik weiterentwickelte.

Seine künstlerischen Arbeiten, darunter der Hauptaltar in Hüfingen, Cherubim aus Lindenholz, Erinnerungs- und Porträtwerke, zeigen sein handwerkliches Können und künstlerisches Talent, besonders in der Ölmalerei.

Von großer Bedeutung war seine Mal- und Zeichenschule: Er bildete seine Söhne und weitere talentierte Schüler aus, die später an renommierten Akademien studieren konnten und bedeutende Werke schufen. Luzian Reich starb unerwartet 1837 im Alter von 60 Jahren.

Die miteinander verwandten und befreundeten Absolventen der Reich’schen Zeichnerschule bilden einen Kreis von Künstlern, die in der Kunstwelt als „Die Hüfinger“ bekannt werden und in München, Baden-Baden und Karlsruhe als Bildhauer, Zeichner und Maler tätig sind:

Franz Xaver Reich (1815 - 1881)

Franz Xaver Reich (1815–1881) war ein bedeutender Bildhauer des Neoklassizismus mit Wirkungsorten unter anderem in München, Karlsruhe, Baden-Baden und Donaueschingen. Erste künstlerische Fähigkeiten erlernte er bei seinem Vater Luzian Reich d. Ä. und arbeitete früh in dessen Werkstatt mit. Mit 17 Jahren wurde er Schüler des Bildhauers Johann Nepomuk Zwerger.

Seine erste erfolgreiche Arbeit war eine Büste Beethovens. Weitere künstlerische Entwicklung erfuhr er durch Aufenthalte in München und die Förderung des Fürsten Karl Egon II. zu Fürstenberg. Bedeutende Werke dieser Zeit sind unter anderem die Donaugruppe auf der Pfaueninsel und Arbeiten für die Trinkhalle in Baden-Baden. Eine Italienreise 1842/43 prägte seinen Stil und brachte die Tradition der Fronleichnams-Blumenteppiche nach Hüfingen.

Reich fertigte später monumentale Werke für die Kunsthalle in Karlsruhe und weitere Projekte für das Haus Fürstenberg. Nach seiner Rückkehr nach Hüfingen führte er die Terrakotta-Brennerei seines Vaters weiter und stellte unter anderem plastischen Schmuck für das Karlsruher Hoftheater her. Er heiratete Josefa Elsässer und hatte sechs Kinder, darunter den Bildhauer Bertold Reich.

Werk:
Reichs Stil vereint Klassizismus und Romantik. Seine Werke umfassen allegorische Figuren, Portraitbüsten, Reliefs und Medaillons, inspiriert von Antike, Renaissance und Naturstudien. Er arbeitete mit Sandstein, Marmor und Terrakotta und war ein gefragter Künstler seiner Zeit.

Wirkung:
Franz Xaver Reich war bereits zu Lebzeiten angesehen und erfolgreich. Zwar sind wenige Schriften von ihm oder über seine Schüler überliefert, doch seine Werke und sein künstlerisches Schaffen hinterließen einen bleibenden Eindruck in der Kunstlandschaft des 19. Jahrhunderts.

Lucian Reich d. J. (1817 - 1900)

Lucian Reich der Jüngere (1817–1900) war ein Malerpoet aus Hüfingen, der besonders durch seine literarischen und künstlerischen Darstellungen der Baar, des Schwarzwalds und der regionalen Kultur bekannt wurde. Obwohl er früh den Wunsch hatte, Maler zu werden und Ausbildung unter anderem in Frankfurt und München erhielt, konnte er von seiner Kunst allein nicht leben und arbeitete überwiegend als Zeichenlehrer in Rastatt.

Er wurde stark beeinflusst durch Künstler wie Moritz von Schwind und nahm an künstlerischen Projekten wie der Ausmalung der Kunsthalle in Karlsruhe teil. Zu seinem literarischen Durchbruch trug das Werk „Hieronymus“ (1853) bei, das in Zusammenarbeit mit Johann Nepomuk Heinemann entstand und zu einem Klassiker der Volksliteratur wurde. Weitere wichtige Werke sind „Die Insel Mainau und der badische Bodensee“ sowie „Bruder Martin“ und „Wanderblüten“.

Neben der Schriftstellerei fertigte Reich Fresken, Ölgemälde, Illustrationen, Skizzen, Kirchenbilder, Porträts und kunsthandwerkliche Arbeiten wie Uhrenschilder oder Porzellanentwürfe an. Sein vielseitiges künstlerisches Schaffen wurde jedoch oft von finanziellen Schwierigkeiten begleitet.

Reich erhielt 1855 eine Anstellung als Zeichenlehrer in Rastatt und blieb über 30 Jahre in diesem Beruf. 1890 wurde er pensioniert und mit dem Ritterkreuz des Zähringer Löwenordens geehrt. Er starb 1900 in Hüfingen.

Wirkung:
Lucian Reich prägte die regionale Kultur als Heimatdichter, Maler und Chronist seiner Landschaft. Sein Werk beeinflusste Heimatfreunde und Künstler, etwa die Hüfinger Mundartdichter Gottfried Schafbuch und Julius Straub. Sein Andenken wird bis heute durch Ausstellungen, eine Schulbenennung und wissenschaftliche Arbeiten gewürdigt.

Rudolf Gleichauf (1826 - 1896)

Rudolf Gleichauf (1826–1896) war ein Historien- und Trachtenmaler aus Hüfingen. Er erhielt seine erste Ausbildung in der Zeichen- und Zeichenschule von Luzian Reich d. Ä. und studierte ab 1843 an der Münchner Akademie bei Julius Schnorr von Carolsfeld, später in Dresden und am Städelschen Institut in Frankfurt. Früh erkannte der Fürst Karl Egon III. zu Fürstenberg sein Talent und förderte ihn mit einem Stipendium.

Gleichauf wirkte vor allem in Karlsruhe, Baden-Baden und Heidelberg, oft in Zusammenarbeit mit Baumeistern wie Heinrich Hübsch und Künstlerkollegen wie Moritz von Schwind. Zu seinen bedeutenden Werken zählen Wand- und Deckengemälde, Lünettenbilder in der Karlsruher Kunsthalle, der Kinderfries in der Baden-Badener Trinkhalle, Altarbilder in verschiedenen Kirchen sowie ein umfangreicher Zyklus badischer Trachten (39 Aquarelle), von dem 10 lithographiert wurden. Viele seiner Arbeiten gingen im Zweiten Weltkrieg verloren, einige wurden restauriert.

Sein Stil verbindet Klassizismus und romantische Einflüsse. Gleichauf erhielt den Orden vom Zähringer Löwen und den Weimarer Falkenorden. Eine umfassende Ausstellung seiner Werke fand 2009/2010 im Museum für Kunst und Geschichte Hüfingen statt.

Josef Heinemann (1825 - 1901)

Josef Heinemann (1825–1901), jüngerer Bruder von Johann Nepomuk Heinemann, war Maler und Schüler der Zeichen- und Malschule von Luzian Reich d. Ä. Schon früh zeigte er künstlerisches Talent, verkaufte eigene Werke und erhielt später ein Stipendium des Großherzogs Leopold für ein Studium in München. Dort wurde er von Julius Schnorr von Carolsfeld und Joseph von Führich geprägt. Nach einem kurzen Aufenthalt in Frankfurt kehrte er nach Hüfingen zurück und blieb seiner Heimat zeitlebens verbunden. Ab den 1870er Jahren hinderte ihn ein Augenleiden zunehmend an der Arbeit, bis er 1901 verstarb.

Werk:
Bekannt wurde Heinemann durch seine Bilderbibel für den Herder-Verlag, die Vorbild für Schulbibeln im Erzbistum Freiburg wurde. Weitere bedeutende Arbeiten sind die 14 Kreuzwegstationen in Ettlingen, Wandbilder in Ohlsbach und Oberöwisheim, ein Apostelzyklus in Neudingen sowie ein Altarbild in Donaueschingen.

Wirkung:
Seine Illustrationen, insbesondere aus der Bilderbibel, fanden über Hüfingen hinaus weite Verbreitung und wurden vielfach kopiert, wodurch Heinemanns Arbeit Eingang in Schulbücher und den religiösen Kunstgebrauch fand.

Hans Schroedter (1872–1957) war ein Maler aus Karlsruhe, der in eine Künstlerfamilie hineingeboren wurde. Nach einer Ausbildung an der Karlsruher Akademie, Studienaufenthalten in Duhnen, Berlin, Paris, London und Italien, und als Meisterschüler bei Hans Thoma, ließ er sich 1914 in Wolterdingen auf der Baar nieder, wo er bis zu seinem Tod 1957 lebte.

Werk:
Schroedter malte Landschaften, Porträts, Genrebilder, Stillleben und Blumenbilder und war auch Illustrator von Kinder- und Sakralliteratur. Bedeutende Projekte waren der Kreuzweg im Dom von St. Blasien (1910), die Ausmalung der Christuskirche in Pforzheim-Brötzingen (1911) und die Dekoration der Kindersuite des Überseedampfers Hamburg (1926). Die Baarlandschaft und ihre Menschen hielten er in zahlreichen Werken fest.

Wirkung:
Sein Stil verbindet akademischen Realismus mit Impressionismus und romantisierend-klassizistischen Einflüssen in Buchillustrationen. Schroedter war zu Lebzeiten erfolgreich, erhielt 1952 den Hans-Thoma-Staatspreis Baden-Württemberg und wird im Stadtmuseum Hüfingen mit Nachlass und Sonderausstellungen gewürdigt.

Emil Kiess (*10. Februar 1930 in Trossingen) ist ein deutscher Maler, Bildhauer und Glasmaler, der der Konzeptionellen Malerei zugerechnet wird. Er studierte von 1949 bis 1951 an der Bernsteinschule in Sulz am Neckar und von 1952 bis 1953 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Willi Baumeister und Peter Otto Heim. Ab 1953 widmete er sich vor allem der Glasmalerei.

Kiess erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Oberschwäbischen Kunstpreis (1955, 1958), den Premio Marzotto (1958), den Premio G. B. Salvi (1960), den Großen BDA-Preis (1975) und 1995 den Professorentitel des Landes Baden-Württemberg. 1960 verbrachte er ein Stipendium an der Villa Massimo in Rom, was ihn von konkreter zur abstrakten Kunst führte.

Er gestaltete unter anderem Glasfenster in Kirchen wie Münster St. Paul in Esslingen, Martin-Luther-Kirche in Ilvesheim und die Kapelle des Klinikums Tuttlingen sowie Betonreliefs in der Lutherkirche Kassel. Weitere Werke im öffentlichen Raum, Porträts wie das offizielle von Erwin Teufel, Drucke und Ausstellungen zeigen seine Bedeutung.

Kiess lebt im Ortsteil Fürstenberg und ist Mitglied im Deutschen Künstlerbund. 2020 wurde die Kunststiftung Emil Kiess Donaueschingen als Stiftung des Bürgerlichen Rechts anerkannt.

Im Rathaus Hüfingen, das im Februar 1991 nach umfangreicher Sanierung bzw. teilweisem Neubau eröffnet wurde, sind im Flur, Sitzungssaal sowie in verschiedenen Büros großformatige Bilder von Emil Kiess zu sehen.

Bertold Hummel (1925–2002) war ein deutscher Komponist und Cellist. Er wurde als Sohn des Lehrers und Organisten Gustav Hummel in Hüfingen geboren und erhielt ersten Klavierunterricht von seinem Vater. Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft legte er 1947 sein Abitur ab und studierte Komposition bei Harald Genzmer sowie Violoncello bei Atis Teichmanis an der Musikhochschule Freiburg (1947–1954).

Nach Konzertreisen (1954–1956) war Hummel Kantor in Freiburg, freier Mitarbeiter des Südwestfunks und Cellist in den Orchestern des Südwestfunks. 1963 wurde er Kompositionslehrer an der Hochschule für Musik Würzburg, leitete bis 1988 das Studio für Neue Musik und war 1973–1987 Professor bzw. Präsident der Hochschule. Seit 1982 gehörte er der Bayerischen Akademie der schönen Künste an und hielt internationale Gastvorträge.

Zu seinen Schülern zählen unter anderem Jeff Beer, Stefan Hippe und Claus Kühnl. Hummel war seit 1955 mit der Geigerin Inken Steffen verheiratet und hatte sechs Söhne. Er verstarb 2002 in Würzburg im Alter von 76 Jahren.

Der Hüfinger Kunstkreis, gegründet im Jahr 1997, ist ein Zusammenschluss von Künstlern aus der Region. Heute zählt der Kreis 11 aktive Mitglieder und bietet zudem regionalen Gastkünstlern die Möglichkeit, ihre Arbeiten auf den Ausstellungen zu präsentieren.

Jedes Jahr präsentiert der Kunstkreis seine Werke in den drei Wochen vor Ostern in der Rathausgalerie Hüfingen. Damit ist der Hüfinger Kunstkreis ein fester Bestandteil der lokalen Kulturlandschaft.

Die gezeigten Exponate sind äußerst vielfältig und reichen von Malerei, Zeichnungen und Fotografie über Holzbildhauerei, Schmuck und Metallskulpturen bis hin zu abstrakten Arbeiten.

Gottfried Schafbuch (1898 - 1984) wurde im Jahr 1978 anlässlich seines 80. Geburtstages das Ehrenbürgerrecht der Stadt Hüfingen verliehen. Von 1938 bis 1962 war er als Ratschreiber der Stadt Hüfingen tätig und prägte in dieser Funktion das städtische Leben über viele Jahre hinweg.

Darüber hinaus erwarb er sich als Heimatdichter und Mundartschriftsteller große Verdienste. Der ganze Reichtum des Baaremer Dialekts wurde durch ihn in seiner Vielfalt erkennbar und als unschätzbares kulturelles Gut erhalten.

Schafbuch hat sich mit seinen Schriften aus der Geschichte für die Stadt Hüfingen verdient gemacht. Zu den Schriften zäheln seine Gedichtbände „Mii Boor – Mii Hoamet“ und „Daheim auf der Baar“. 

Johann Baptist Riegger wurde am 11. Juni 1855 in Hüfingen als Sohn des Lägelwirts Mathias Riegger geboren. Den Beruf des Bildhauers erlernte er bei Franz Xaver Reich und ab 1892 übte er seine Kunst in Straßburg aus. Riegger verstarb am 26. September 1916.

Bis heute prägt die von ihm geschaffene Mariensäule in der Hauptstraße das Stadtbild von Hüfingen. Viele seiner Werke haben die Zeiten überdauert. So schuf er 22 steinerne Medaillons für die National- und Universitätsbibliothek in Straßburg, während in der Thomaskirche ein Medaillon den elsässischen Reformator Martin Bucer (1491–1551) zeigt. Zwei Statuen, die das Elsass und Lothringen symbolisieren, schmücken das Straßburger Nationaltheater. Von den sechs Kaiserstatuen an der Fassade der Hauptpost wurden nach dem Ersten Weltkrieg die Figuren von Wilhelm I., Friedrich III. und Wilhelm II. zerstört.

Ein weiteres bedeutendes Werk Rieggers ist das steinerne Relief des Mönchs Otfrid von Weißenburg an der Zehntscheuer in Weißenburg im Elsass, ursprünglich für die Fassade des alten Postamtes geschaffen. Für die Kirche in Steinbourg entstand 1897 eine Skulptur. Rund ein halbes Jahr vor seinem Tod legte Riegger dem Hüfinger Gemeinderat seinen Entwurf für die neue Madonna auf dem Rathausbrunnen vor. Nach Zustimmung des Gremiums wurde die Figur für 750 Mark ausgeführt und ersetzte die alte Marienstatue von Franz Xaver Reich.

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Impressionen

Kunstkreis Hüfingen, Gruppenbild im Hintergrund ist die Ausstellung zu sehen
© Stadt Hüfingen, CC BY-NC-ND
Vernissage Kunstkreisausstellung
© Roland Sigwart, Alle Rechte vorbehalten
Lucian Reich d. Ä. Portrait
© Stadt Hüfingen, CC BY-NC
Franz Xaver Reich, Portrait
© Stadt Hüfingen, CC BY-NC-SA
Portrait von Luzian Reich, während er ein Buch liest
© Stadt Hüfingen, CC BY-NC
Johann Baptist Seele, Portrait
© Stadt Hüfingen, CC BY-NC