Starkregenrisikomanagement

Handlungskonzept für die Stadt Hüfingen

Starkregen verursacht vor allem in den Sommermonaten in Verbindung mit heftigen Gewittern oft große Schäden. Im Gegensatz zu Hochwasser an großen Flüssen ist der genaue Ort und Zeitpunkt kaum vorherzusagen und kann für die Betroffenen sehr überraschend auftreten.

Die Stadt Hüfingen hat deswegen gemeinsam mit dem Planungsbüro BIT-Ingenieure AG aus Freiburg ein kommunales Handlungskonzept für das Starkregenrisikomanagement (SRRM) gemäß dem Leitfaden "Kommunales Starkregenrisikomanagement in Baden-Württemberg" erstellt. 

Der Klimawandel führt in Mitteleuropa zu einer zunehmenden Häufigkeit von Unwettern mit kurzen Vorwarnzeiten und großen Wassermengen, die vor allem innerorts erhebliche Schäden verursachen können.

Nach Angaben der Versicherer ist die Schadenssumme aller Starkregenereignisse zwischenzeitlich so hoch wie die Schäden aus Hochwasserereignissen an Gewässern. 

Während Hochwassergefahrenkarten die Gefährdungslage entlang von Gewässern wiedergeben, befasst sich das Starkregenrisikomanagement mit der Gefährdung aus den Flächen.

Im Gegensatz zu „normalem“ Gewässerhochwasser kann eine Sturzflut überall entstehen - unabhängig davon, wie weit das nächste Gewässer entfernt ist. 

Die Stadt Hüfingen hat gemeinsam mit dem Planungsbüro BIT-Ingenieure AG aus Freiburg ein kommunales Handlungskonzept für das Starkregenrisikomanagement gemäß dem Leitfaden "Kommunales Starkregenrisikomanagement in Baden-Württemberg" erstellt. Dieses wurde im März 2026 abgeschlossen und vom zuständigen Landratsamt sowie der LUBW abgenommen. 

Die Bearbeitung des Konzepts erfolgt in Baden-Württemberg nach einem detaillierten, vom Land vorgegebenen Leitfaden, der drei Bearbeitungsstufen vorgibt:

  • Die Gefährdungsanalyse: Wo und wie treten Gefährdungen durch Starkregen auf?
  • Die Risikoanalyse: Wo befinden sich im Überflutungsbereich besonders kritische Objekte und Infrastruktureinrichtungen mit einem hohen Schadenspotenzial?
  • Das Handlungskonzept: Was muss getan werden, um eine Verminderung des Starkregenrisikos zu erreichen?

Das Starkregenrisikomanagement befasst sich mit möglichen Gefährdungen durch Oberflächenwasser, das nicht durch das Überlaufen eines Gewässers entsteht, sondern durch kleinräumige Starkniederschläge (in der Regel Gewitterregen) hervorgerufen wird.

Neben der reinen Berechnung, welche Bereiche und Objekte dadurch besonders gefährdet sind, werden auch gemeinsam durch die Kommune, Feuerwehr und das Ingenieurbüro Strategien entwickelt, wie mit der Starkregensituation umgegangen werden kann.

Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf sensiblen Einrichtungen wie z. B. Schulen, Kindergärten, Altenheime oder Feuerwehrgebäude, es wird aber auch ermittelt, welche Verkehrswege möglicherweise in der Situation nicht mehr befahrbar sind und wie dennoch "abgeschnittene" Ortslagen oder Gehöfte von den Einsatzkräften erreicht werden können.

Die Erkenntnisse aus dem SRRM über die Wassertiefen bei entsprechenden Starkregenereignissen dienen den Einsatzkräften der Feuerwehr, dem Bauhof und sonstigen Hilfsorganisationen um die Befahrbarkeit von Zufahrtswegen besser einzuschätzen.

Gleichzeitig können so auch durch die Rettungskräfte die Maßnahmen effektiver gesteuert und die Reihenfolge der Einsätze nach Prioritäten gelegt werden und somit besser den anstehenden Wassermassen entgegengewirkt werden.

Des Weiteren können die Erkenntnisse auch in der Bauleitplanung herangezogen werden. Bürgerinnen und Bürgern können aus den veröffentlichen digitalen Karten Ereignisse frühzeitig einschätzen und eigenständig Maßnahmen ergreifen, die dem Schutz ihres Gebäudes dienen oder auch in der Planung eines Neubaus herangezogen werden können.

Für die Stadt Hüfingen ist es wichtig, dass die gewonnenen Ergebnisse nicht nur für die öffentlichen Gebäude einen Mehrwert, sondern auch allen Bürgerinnen und Bürgern eine Möglichkeit bietet, sich privat auf ein Starkregenereignis vorzubereiten und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Informationen zu entsprechenden Maßnahmen befinden sich am Ende dieser Seite.

Welche Vorsorge kann ich selbst treffen? 

Gebäudeschutz

  • Stellen Sie sicher, dass Ihre Dachrinnen sauber und frei von Verstopfungen sind.
  • Sorgen Sie für eine effiziente Ableitung von Regenwasser.
  • Installieren Sie Rückstauklappen und/oder Hebeanlagen, um das Zurückdrängen von Abwasser in Ihr Haus zu verhindern.
  • Investieren Sie in druckwasserdichte Türen und Fenster, um das eindringen von Wasser zu minimieren.
  • Sichern Sie Ihren Keller durch Abdichtung der Außenwände und des Bodens und den Einbau von Wasserschutzsystemen.
  • Elektrische Anlagen sollten über dem möglichen Wasserstand installiert werden.

Personenschutz

  • Notfallplan und Notfallgepäck vorbereiten.
  • Stellen Sie sicher, dass Sie im Notfall Lebensmittel, Wasser und wichtige Dokumente griffbereit haben.

Woher bekomme ich eine Warnung?

  • Nutzen Sie unterschiedliche Medien, um vor Unwetter gewarnt zu werden. Wenn Sie eine Warnung vor Extremwetter erhalten, geben Sie sie an Familie, Freunde, Nachbarn und Bekannte weiter.
  • Installieren Sie eine Warn-App auf Ihrem Smartphone: NINA, KATWARN oder die Warnwetter-App des Deutschen Wetterdienstes.
  • Informieren Sie sich über Radio und Fernsehen.
  • Folgen Sie öffentlichen Stellen in sozialen Netzwerken.
  • Achten Sie auf lokale Lautsprecherdurchsagen.

Wie verhalte ich mich während dem Ereignis?

  • Bleiben Sie im Gebäude aber außerhalb überfluteter Bereiche, meiden Sie den Keller.
  • Fahren Sie mit dem Auto nicht in überflutete Bereiche.
  • Meiden Sie Unterführungen, Tunnel und Gewässer.
  • Verfolgen Sie die Wettervorhersagen des Deutschen Wetterdienstes und Meldungen der Regionalprogramme.
  • Schalten Sie den Strom für die Gebäudeteile und Räume ab, die vom eindringenden Wasser gefährdet beziehungsweise betroffen sind.
  • Informieren Sie Einsatzkräfte über Gefahren und in Not geratene Personen. Wählen Sie den Notruf 112 nur in ernsthaften Notfällen.
  • Benutzen Sie ein Mobiltelefon nur in Notfällen, um eine Überlastung des Netzes zu vermeiden.
  • Helfen Sie Ihren Nachbarn. Achten Sie auf hilfsbedürftige Personen in der Nähe.
  • Verstauen Sie Lagergut in wasserdichten Behältnissen.

Wie verhalte ich mich nach dem Ereignis?

  • Überprüfen Sie das Gebäude auf Schäden.
  • Trocknen Sie betroffene Bereiche möglichst schnell, um Bauschäden, Schimmelpilz- oder Schädlingsbefall entgegenzuwirken.
  • Lassen Sie beschädigte Bausubstanz, Heizöltanks und elektrische Geräte durch einen Fachmann überprüfen.
  • Sollten trotz aller Vorsichts- und Vorsorgemaßnahmen Schadstoffe (zum Beispiel Heizöl oder Chemikalien) in das ins Gebäude eingedrungene Wasser gelangt sein, verständigen Sie umgehend die Feuerwehr.
  • Informieren Sie umgehend Ihre Versicherung und beachten Sie deren Anweisungen.
  • Fotografieren Sie die Schäden zur Beweissicherung.
  • Sturzfluten können immer wieder auftreten. Beseitigen Sie daher erkannte Schwachstellen schnellstmöglich.

Weitere Informationen zum Starkregenrisikomanagement finden Sie hier.

Starkregengefahrenkarten zum Download

Damit alle Einwohnerinnen und Einwohner die persönliche Betroffenheit von möglichen Starkregenereignissen beurteilen können, stehen die Starkregengefahrenkarten mit maximalen Überflutungstiefen und Strömungsgeschwindigkeiten zum Download zur Verfügung.

Zur Interpretation der Ergebnisse empfehlen wir die Zuhilfenahme der Interpretationsanleitung.

Die Karten wurden für folgende Abflussszenarien erstellt:

  • Selten: ca. 35-45 mm/h Niederschlag
  • Außergewöhnlich: ca. 45-65 mm/h Niederschlag
  • Extrem: ca. 128 mm/h Niederschlag

Ansprechpartnerin

Impressionen

Mehrere Personen stehen auf einer überfluteten Straße in einem Wohngebiet mit nassen Autos und Häusern im Hintergrund.
© Stadt Hüfingen, Alle Rechte vorbehalten
Ein überfluteter Bereich mit braunem Wasser, der neben einem Gebäude und umgeben von dichter Vegetation verläuft.
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Eine überflutete Straße in einem Dorf mit braunem Wasser, das Häuser und Vegetation umgibt, während eine Person am Zaun steht.
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Eine Straße und ein kleines Wohngebiet sind vollständig von Hochwasser überschwemmt, wobei das Wasser bis an die Häuser und Bäume reicht.
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Ein Feuerwehrmann geht durch eine überflutete Straße vor einem Haus, umgeben von Bäumen und Sträuchern.
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